Der Tor des Monats

Wass los? Bissi mit die Artikel durcheinander gekommen?

Den Artikeln. -Und nein, bin ich nicht.

Schon klar, da steh ich nun, ich armes Tor 🤣

Du machst einen total kirre. Was wollt ich sagen? Also so:
Ein Reporter bemüht sich um die vakante Stelle eines Sportreporters.
Da das eine außerordentlich wichtige zu vergebende Aufgabe ist, sitzt im Aufnahme-Gremium was Rang und Namen im Sender hat.

Und so prasseln nun ernste Fragen auf den Deliquenten ein:

Wie schreibt man „Sport“?

Alles „groß“ und vorn mit einem noch größeren  „F“

Gut. Die Kreatur weiß, dass ohne Fussball kein Sport jemals Sport ist.
Und, wie sieht es mit der werten Qualifikation aus?

Bevor ich zum Sender kam, war ich 15 Jahre für die Ansagen an einem der größten Hauptbahnhöfe zuständig!

Ach! Ohjeh.

Besser ein Ohjey! Ich lernte mit absoluter Zuverlässigkeit das Befinden der Fahrgäste zu beeinflussen!

Och jo! Wie das denn?

Mit einem nur an Spitzen-Bahnhöfen anzutreffenden „Railway-Speech“. Ich wurde 5x in Folge Bahnhofsprecher der Bundesbahn und 1x Golden-Gueststar im US-Bundesstaat Waterloo.

Ja aber!
Bahnhofssprecher reden immer einen solchen emotionslosen Kauderwelsch, da versteht doch keiner was!

Genau das ist der Irrtum! Mit ohne Emotion zu sprechen erfordert enorm viel Emotion.
-Man wird Teil des Geschehens!
Während ich im Überwachungszentrum sitze, den vollen „Spiel-Überblick“ über Züge und Zielgruppe habe:

Ist z.B. gerade mal wieder  garnichts los am Bahnhof, sämtliche Züge wetteifern um die Krone des Letzten, sämtlich Wartende -aka „Fahr“-Gäste- reglos, teilweise tief eingeschlafen…

Da kommt mein Moment! Eingeleitet mit einem, vorm Mikro zerbröselten, Knäckebrot, lass ich ein lautes „Grmjuuukp“ vernehmen.

Von nun an gehört mir die volle Aufmerksamkeit. Keiner, der jetzt nicht sein Handy beiseite legt oder weiterschläft. Alle -und ich meine wirklich alle- kleben wie hypnotisiert an an meinen Lippen.

Und dann eine kleine Pause! -Erhöht sie doch das dramaturgische Spannungselement.

Sobald die ersten im Begriff sind sich ihrer ursprünglichen Tätigkeit zuzuwenden, lasse ich ein deutlich vernehmbares „Qdfrertzbdj“ ertönen, direkt gefolgt von einem leichten Räuspern.

Jetzt sind wieder alle Blicke auf die Lautsprecher gerichtet. Und damit auf meine Überwachungskameras.

Ein Genuss in diese verstörten Gesichter zu blicken

Egal.
Jetzt folgt ohne die geringste Atempause:
„Sehr geehrte scuhuergopijjknnj, leider muss ich kjndciuukwekjerfloö der Zug -planmäßige Ankunft ekuiuhknve rf refer planmäßige Abfahrt sdfjuheriojkbe fährt heute nicht am Gleis er9uikgi, sondern am dsfpiervnk ZWÖLF AB!“

Hoho!!

Nach kurzer Pause dann:
Ich wiederhole: Sehr geehrte scuhuergopijjknnj, leider muss ich kjndciuukwekjerfloö der Zug -planmäßige Ankunft ekuiuhknve rf refer fährt heute nicht am Gleis..“
nun spendiere ich das sehnlichst erwartete und endlich deutlich verständliche:
 „GLEIS ACHT, sondern am dsfpiervnk ZWÖLF AB!“

Ja, das klingt wirklich nach einer spannenden Inszenierung…

Moment! Ich bin noch nicht fertig:
Kaum, dass die letzte gehbehinderte Ommi sich ihren Koffer von dem dürrapligen tapezierten Knochen hat zum Gleis 12 wuchten lassen, erfolgt die nächste Durchsage:
“Sehr geehrte fdbjkfblkrthp0 kerpjo leider  ist uns ein Irrtum unterlaufen, derkjdfoo  oijeroij fährt nun doch nicht an Gleis 12, sondern wie geplant an Gleis ACHT ein khkciojv  iojeroji jpoer tschuldigen hivlöij Umstände!“

Ok, ok, sie verstehen es ihr Publikum in echte Gefühle zu versetzen. Das klingt in der Tat vielversprechend. Aber beherrschen sie auch dieses geistlose Wiehern in der Stimme, dieses heisere Überschlagen ihrer Stimme, dieses grotttenschlechte Stimm-Gezappel mit seinen spontanen Wortneuschöpfungen?

Überhaupt kein Problem.
Ich ersetze z.B. „dckuhnervr er“ gegen „Bitte jetzt sofort ein neues Team einwechseln!“

oder  das 1000x bewährte: „fejlkjlk vlköllkerg 3njfju“ gegen „Ich mache keine Voraussagen und werde das auch niemals tun.“

Mein final überzeugendes „deghhjnjewf8jthol fewjhju“ weicht einem geschmeidigen „Das wichtigste ist, neunzig Minuten mit voller Konzentration ans nächste Spiel zu denken.“

Und last but not least das legendäre „dfgfb fgbgfkm 56u“ zum: „Sie wollten kein Gegentor kassieren, was bis zum Gegentor auch hervorragend geklappt hat.“

Sie haben den Job!

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