Wie ich zum Motor-Biken kam

Die Sträßchen, die ich auf meinem Schulweg unter die Räder nahm, waren teilweise recht holprig, insbesondere auf meinem Nachhauseweg.

Und so kam irgendwann der Übergang von der gerade noch geteerten Straße zur Abkürzung über einen Feldweg.

Spätestens kurz nach dieser Stelle war es Pflicht, blind nach hinten zu tasten, um das weitere Vorhandensein meiner Schultasche zu überprüfen.

Auf einer dieser Heimfahrten tastete ich gewohnheitsmäßig nach meiner Mappe. Und? War sie etwa weg? -Völlig unbewusst drehte ich mich -bei voller Fahrt- nach hinten. Sie hing wohl gerade so noch auf dem Gepäckträger. Ich hielt sie fest, indem ich mich mit einer Hand darauf stützte.

Genau da geschah es!

Ich nahm plötzlich die Straße wahr. Und zwar, wie sie unter dem Hinterrad nach hinten verschwand. In einem Tempo!

Die ungewöhnliche rückwärtige Betrachtung der Straße und der verengte und kurze Fokus, quasi direkt auf den Weg, vermittelte mir schlagartig das Gefühl von  echter Geschwindigkeit.


Was soll ich sagen?
Von nun an entwickelte ich eine regelrechte Sucht, mich auf meinem Fahrrad umzudrehen um die pure Geschwindigkeit zu erfahren..

Natürlich war mir die Gefahr bewusst, die diese Art der Wahrnehmung mit sich brachte -schließlich fuhr ich völlig blind in die entgegengesetzte Richtung.
Das musste anders werden. Das musste auch richtig rum funktionieren. Das war aber mit selber treten definitiv nie zu schaffen! Ich brauchte mehr Power, als sie ein Fahrrad mir je hätte vermitteln können -statt zu treten am Kabel ziehen, Stgraße auch unter dem Vorderrad hindurch beschleunigen -das musste doch gehen! Genau! Ich brauchte ein Motorrad!

Klar, mit vlt. 11 Jahren, musste dies ein Wunschtraum bleiben. Aber mein mir innerer Optimismus  beruhigte mich, irgendwie wusste ich schon damals, dass dies nicht immer so bleiben würde.

Ach so, ich gehöre einem weitgehend irrelevanten Jahrgang  an. Vielleicht wird er mal zu einem wertvollen Allzweckwein? Egal. Hauptsache trocken 🙂

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