Aber was ist mit „Viel Feind viel Ehr’“?
Das ist die gängige Art mit Situationen und Mitmenschen umzugehen, die ihrem Wesen oder Verhalten nach „beim besten Willen“ nicht zu uns passen.
Häää?
Ja, hää!
Es ist eine Ambivalenz (lateinisch ambo „beide“ und valere „gelten“), sie bezeichnet einen inneren Zustand, der wesentlich geprägt ist von einem inneren Konflikt. Dabei bestehen sich mehr oder weniger krass widersprechende Wünsche, Gefühle und Gedanken gleichzeitig in mehrere Richtungen, also nebeneinander was zu einer inneren Spannung führt.
Also Unbehagen.
Ursprünglich war das mal ’ne klinische Bezeichnung in Zusammenhang mit Schizophrenie.
Mittlerweile (
) tritt das so häufig auf, dass unter „Ambivalenz“ kein Krankheits-Symptom, sondern das konflikthafte, von gegensätzlichen Aspekten geprägte Erleben und Bewerten von Situation verstanden wird.
Also ganz normal?
Ja, scheint einfach so zu sein. Wir machen in vielen Situationen einfach dicht, setzen auf Abwehr und Spaltung, statt uns mit gegensätzlichen Erlebniszuständen zu arrangieren.
Ja, es ist keine alltägliche Fähigkeit, Ambivalenz auszuhalten, das erfordert echt eine gesteigerte emotionale Reife.
Wow. Da ist dir ja ein Satz entfahren!
Ich sag salopp „Wir sind einfach zu alt für Feinde, wir brauchen Freunde“

